Rund ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Das sind gut 11,4 Millionen Hektar. Davon sind 25 Prozent Fichten, 23 Prozent Kiefern, 16 Prozent Buchen und 11 Prozent Eichen. Seit Jahren machen Dürren, Schädlinge und das Unwetter dem deutschen Baumbestand zu schaffen.
Besonders stark sind die Wälder Nordrhein-Westfalens, Thüringens, Niedersachsens und Hessens betroffen. Hier haben vor allem die Trockenheit der letzten Jahre und ein starker Borkenkäfer-Befall die Waldbestände geschwächt. Wo das Bundeslandwirtschaftsministerium zuvor davon ausgegangen war, dass schätzungsweise 245.000 Hektar Wald aufgeforstet werden müssen, stellt sich 2020 heraus, dass die Fläche auf 285.000 Hektar angestiegen war. Auch die Menge an Schadhölzern war seit 2018 von 160 Millionen Kubikmetern auf 178 Millionen Kubikmeter gestiegen.
Kronenverlichtung nimmt zu Seit 1984 wird bundesweit der Waldzustand anhand von Stichproben erhoben. Dabei spielt vor allem der Zustand der Baumkronen eine wichtige Rolle. Die „Kronenverlichtung“ beschreibt, wie sehr die Dichte der Baumkrone im Vergleich zu einem gesunden, voll benadelten oder voll belaubten Baum gesunken ist. Sie wird in Schadstufen von 0 bis 4 angegeben. Verschiedenste Faktoren bewirken eine verstärkte Kronenverlichtung. Seit 1984 lässt sich feststellen, dass sich vor allem bei Laubbäumen die Kronen zunehmend verlichten. Davon sind besonders ältere Bäume betroffen.
Laut dem Zustandsbericht für das Jahr 2019 zeigen vier von fünf Bäumen Schäden und jeder dritte Baum besitzt eine deutlich ausgedünnte Krone. Weiterhin gibt es so viele abgestorbene Bäume wie seit 20 Jahren nicht mehr. Dieser Trend hatte sich ins Jahr 2020 fortgesetzt. Grund für die weiträumigen Schäden sollen die besonders trockenen Jahre 2018 bis 2020 gewesen sein. Dazu kamen Stürme und eine Vermehrung von laub- und nadelfressenden Insekten.
Ein weiteres Problem ist die Vergrasung von Flächen, welche die Verjüngung der Baumbestände beeinträchtigt. Auch Schalenwildbestände, wie Rehe und Hirsche, stehen einer Gesundung des Waldes im Wege. Derzeit befindet sich vielmehr Schalenwild in deutschen Wäldern, als normalerweise in der Natur zu finden wäre.
Trockenheit setzt den Wäldern zu Die Dürren der letzten Jahren haben stark zum Verlust der Waldbestände beigetragen. Von 2017 an mussten die Laub- und Nadelbäume ein Dürrejahr nach dem anderen ertragen, vor allem in den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In den meisten Regionen waren die Sommer trockener als üblich, wie Daten des Deutschen Wetterdienstes ergaben. Die ständige Trockenheit schwächt die Bäume und führt damit zu einer erhöhten Anfälligkeit für Krankheiten. In Ostdeutschland regnet es durchschnittlich weniger als im Westen. In Brandenburg sind besonders viele, sonst so anspruchslose Kiefern heimisch, die allerdings auf die dauernde Trockenheit sehr empfindlich reagieren. Nadelhölzer sind übrigens die leidtragenden der Trockenheit und Dürre. 83 Prozent der zu fällenden Waldbäume aufgrund von Schäden sind Fichten, Tannen, Douglasien, Kiefern und Lärchen. Allerdings zeigen auch Laubbäume vermehrt Anzeichen von Trockenstress, wie hängende Blätter, früh abgeworfene Früchte sowie absterbende Äste.
Stürme als weiteres Übel Gerade die Fichte ist in der deutschen Forstwirtschaft ein beliebter Holzlieferant. Der Baum ist nach 80 Jahren ausgereift und wächst währenddessen fast kerzengerade. Allerdings gehen die ausgedehnten Fichtenwälder auch mit einigen Nachteilen einher. Es handelt sich um eine Baumart mit einem recht flachen Wurzelwerk. Starken Stürmen und Orkanen können diese Bäume wenig entgegensetzen. Das Ergebnis ist nicht selten ein kompletter Kahlschlag. Weiterhin ist die Fichte in heißen Sommern anfällig für Schädlinge.

Borkenkäfer und andere Schädlinge Nicht nur Fichten, auch andere Baumarten leiden unter der explosionsartigen Vermehrung von Borkenkäfern und anderen Schädlingen. Die Insekten vermehren sich vor allem bei warmem und trockenem Wetter verstärkt. Außerdem erlaubt die Trockenheit es den Schädlingen, leichter in das Holz der Bäume einzudringen. Bei Regen hingegen bilden sich im Holz Harze, an denen die Käfer verkleben und somit ein weiteres Eindringen verhindert wird.
Wenn sich die Schädlinge schließlich ins Holz gefressen haben, sterben die Bäume innerhalb kurzer Zeit ab. Das Totholz bietet dann eine Brutstätte für weitere Insekten, sollte es nicht schleunigst entfernt werden, was aufgrund von Personalmangel bei den Förstern häufig der Fall ist.
Der Wald – so wichtig wie nie Gerade in Zeiten des Klimawandels ist der Wald so wichtig wie nie zuvor für Deutschland und weltweit. Nadel- und Laubbäume sowie Mischwälder liefern nicht nur wichtige Rohstoffe, sie bieten auch vielen Tierarten ein Zuhause. Vor allem der ursprüngliche Buchenwald ist eine wichtige Heimat für die Artenvielfalt. Insgesamt sind in deutschen Wäldern mehr als 1200 verschiedene Pflanzen und Tausende von Tierarten heimisch.
Weiterhin wirken sie sich positiv auf das Klima aus. Bei den heimischen Wäldern handelt es sich bei um die grüne Lunge Deutschlands, da sie Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln. Gleichzeitig speichern die Wurzeln und der Waldboden Regenwasser und regulieren somit den Wasserhaushalt.
Jeder kann einen Baum pflanzen
Auch Du kannst einen Beitrag leisten, um dem Waldsterben entgegenzuwirken. Mit dem Kauf eines Geschenkes oder eines Zertifikates sorgst Du gleichzeitig dafür, dass innerhalb des Landesforsts Mecklenburg-Vorpommern oder des Hessen Forsts ein Baum gepflanzt wird. Ein Forstamt kümmert sich fortan um den Setzling, um seinen Schutz und um ausreichende Bewässerung. Das Geschenk lässt sich an einen oder mehrere Empfänger verschicken, oder Du beschenkst Dich selbst und tust gleichzeitig etwas Gutes für den Wald in den heimischen Gefilden.
Weitere Informationen dazu, wie auch Du helfen und dazu gleichzeitig jemanden überraschen kannst,
findest Du hier.